Holzbörse in Holzkirchen analysiert Rundholzmarkt

04. Dezember 2018
Quelle:
Obermaier/IHB
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Holzbörse HolzkirchenAm 30.11.2018 fand in Holzkirchen bei München auf Initiative des Bauholzsägers Matthias Obermaier eine Holzbörse statt. Auf dem Programm stand zunächst die Besichtigung und Führung durch die neuen Holzkirche "St. Josef" in Holzkirchen. Danach folgte die Holzbörse im Hotel Altwirt in Hartpenning bei Holzkirchen.

Eingeladen waren sämtliche Vertreter aus Holzindustrie und Holzhandwerk. Waren es bei der Besichtigung und Führung der Holzkirche noch 30 Interessierte Teilnehmer, nahmen an der Holzbörse dann 48 Personen aus Waldwirtschaft (Rundholzhandel und WBVs), Sägeindustrie, Schnittholzhandel, Verpackungsindustrie, Holzwerkstoffindustrie und Holzhandwerk teil.

Zentrales Thema waren das Überangebot an Schadholz sowie der damit einhergehende Preisverfall bei Fixlängen. Die Vertreter des Waldbesitzes appellierten angesichts der guten Absatzmärkte an die Solidarität der Verarbeiter, sprich, auskömmliche Rundholzpreise. Besonders ging der Appell an die KMU-Säger welche für den Bauholzeinschnitt frisches Langholz benötigten. Dies könne und werde nur zu erträglichen Preisen - ähnlich in der Höhe der letzten Jahre – bereitgestellt werden.

Der Fixlängenpreis werde durch das Überangebot der Schadensereignisse von der Sägeindustrie auf das niedrigst mögliche Niveau gedrückt und dort gehalten, so dass dieser nur noch annähernd 50% des gewünschten Langholzpreises entspricht, rund 45-50 EUR/fm.

Holzbörse HolzkirchenMittelständische Säger sehen diese Preisspanne zwischen Fixlängen und Langholz als existenzbedrohend: Man befürchtet, die Sägeindustrie mit angeschlossener Weiterverarbeitung werde nun zu extrem günstigen Preisen Fertigprodukte, wie BSH und KVH auf den Markt werfen. Der Preisunterschied dieser Produkte zum klassischen Bauholz, das aus teurem Langholz erzeugt wird, werde eklatant. Dies werde die letzten KMU-Säger vom Markt fegen, so deren Befürchtung.

Die anwesenden Verpacker sahen die Lage zweigeteilt - bei den einen läuft die Produktion noch uneingeschränkt hoch, andere berichten schon von einer rückgängigen Auftragslage, ausgehend von den Problemen der Autoindustrie.

In der Holzwerkstoffindustrie laufe die Produktion uneingeschränkt auf vollen Niveau, jedoch stoßen auch hier die Aufnahmekapazitäten zwischenzeitlich an ihre Grenzen - die Schadholzmengen seien zu groß, auch mache sich bemerkbar, dass es kaum mehr einen Preisunterschied zwischen Industrieholz und Fixlängen gebe. Maßgeblich werden auch die Temperaturen in den nächsten Wochen und Monaten die Restholzpreise beeinflussen. Von ihnen hängt ab, welche Mengen in die Pelletierung abfließen.

Das Holzbauhandwerk sieht keinerlei Eintrübung der Konjunktur in absehbarerer Zeit, hier werde bis auf weiteres mit voller Auslastung gearbeitet. Der Zeithorizont wird in Jahren gemessen.