HSM oder Welte: Mehr Auswahl für den Forstunternehmer

Quelle:
IHB Internationale Holzbörse, Fotos: Michael Fehrle
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Welte, wer die Zentralverwindung favorisierte, wurde HSM-Kunde. Danach waren die Unterschiede nicht mehr riesig, aber fein – die Ingenieure in Umkirch und Neu-Kupfer/Wolfegg mögen die Vereinfachung verzeihen. Seit der Forstmesse in Luzern differenzieren sich die beiden führenden Skidder-Hersteller dank unterschiedlicher Antriebs- und Klemmbank-Philosopien wieder stärker voneinander. Welte bietet nun den Hydrostat für alle Skidder-Modelle an. Zu den "kleinen" Modellen W110 und W130, die bereits auf der KWF-Tagung 2004 in Groß-Umstadt mit dem Schnellfahr-Hydrostat vorgestellt wurden, gesellen sich nun auch die "Großen" W150, W180 und das neue Top-Modell W230 in Vierradausführung. Eine spezielle Kühlung verhindert, dass der Hydrostat auch bei 40 km/h heiß läuft. Das elektronische Motormanagement von Deutz sorgt dafür, dass trotz Hydrostat immer genügend Leistung zur Verfügung steht, ohne dass der Verbrauch in die Höhe schnellt. Sobald Leistung verlangt wird, regelt die Steuerung selbsttätig nach. In Pausen geht der Motor in den Sparzustand. Teuerer Diesel wird auch durch die "Inchfunktion" gespart. Beim Bremsen wird der Fahrantrieb abgeschaltet, für Kran oder Winde steht mehr Leistung zur Verfügung.
HSM setzt bei den Knickschleppern weiter auf den Wandler, allerdings in Form des neusten Produkts von ZF. "Harvester und Forwarder sind `Stehzeuge´ und Skidder sind `Fahrzeuge´" begründet Prinz Hubert von Hohenlohe die Entscheidung. Das ZF-Getriebe WG 190 hat gegenüber dem seit der Interforst 2002 von HSM verwendeten WG 200 einen verbesserte Steuerung und ist dank CAN-BUS frei programmierbar. Der Forstunternehmer spürt es an deutlich weicheren und schnelleren Schaltvorgängen. Wie beim Vorgängermodell kann der Wandler überbrückt werden, das Getriebe arbeitet dann mit einem Wirkungsgrad, der fast bei 100% liegt ( weitere Informationen bei ZF-Getriebe). Andreas Adler, für den Bau der HSM-Maschinen in Wolfegg verantwortlich, empfiehlt für die Forstspezialschlepper trotz optional erhältlichem Hydrostat das ZF-Getriebe. Ein Wandler könne die Lastspitzen und die Lastdauer besser verkraften, wie sie beim Skidder-Einsatz auftreten.



Auch bei den Klemmbänken haben beide Unternehmen unterschiedliche Ansätze. Nachdem man bereits auf der KWF-Tagung 2000 in Celle die Idee einer absenkbaren Klemmbank vorgestellt hat, gab es nun in Luzern das serienreife Modell zu sehen. Die neue HSM-Konstruktion soll mit genügend Abstand zur Hinterachse sowie einem niedrigen Zugpunkt, der ein Aufbäumen der Maschine verhindert, der beliebten Welte-Klemmbank Paroli bieten. Bei HSM betont man den die Anordnung des Drehpunkts unterhalb des Kipp-Mechanismus. Verspannungen bei der Kurvenfahrt und beim seitlichen Beiziehen sollen so vermieden werden. Im zusammengeklappten zustand ist die Klemmbank bei der Kranarbeit nicht im Weg, das Heckschild steht zu Verfügung. Das erste Exemplar geht an die Forst-Kooperation Unterägeri, montiert an einen HSM 805 HD.

Fazit: Der Wettbewerb zwischen HSM und Welte treibt die Skidder-Entwicklung voran – dem Forstunternehmer kann es recht sein.
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