Bundeskartellamt will zentralen Holzverkauf in Baden-Württemberg stoppen

Quelle:
StN/IHB
Besucher:
4456
  • text size

Ab dem Jahr 2015 will das Bundekartellamt den zentralen Holzverkauf in Baden-Württemberg verbieten. Das berichten die Stuttgarter Nachrichten. Landesforstpräsident Max Reger habe kurz vor Weihnachten sämtliche Landräte und Oberbürgermeister mit einem Brief vorgewarnt und auf die „weitreichende Bedeutung“ des Eingriffs hingewiesen. Dieser werfe auch „grundlegende Fragen zum Dienstleistungsangebot der Forstverwaltung“ auf.

Das Problem könne sein, dass das Holzangebot für Großabnehmer dann zu gering sei, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Eberhard Trumpp. Auch die Erlöse könnten darunter leiden. Die kommunalen Spitzenverbände strebten deshalb gemeinsam mit der Holz- und Sägeindustrie, den privaten Waldbesitzern und dem Land eine Lösung an, die eine Kooperation erlaube, aber kartellrechtlich unbedenklich sei. Fraglich sei, ob das Bundeskartellamt eine solche Lösung akzeptiere.

Bislang hat das Land Holz aus staatlichen, kommunalen und privaten Wäldern zentral vermarktet. Die Bonner Kartellbehörde sehe darin jedoch einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. Die Kommunen rechneten nun damit, dass sie eigene Vermarktungsorganisationen gründen müssten.

Die wenigen, geförderten, privaten Pilotprojekte dezentraler Vermarktung stoßen auf vielfältige Hindernisse im Wettbewerb mit den Landesforstbehörden, bemängelte das Bundeskartellamt im vergangenen Jahr. Auch fehlten noch immer Anreize für Private und Kommunen, auf andere Holzvermarkter als die Landesforstbehörden auszuweichen. So bestimme das Land bestimme weiterhin Menge, Preis und Konditionen.

 

Veröffentliche Mitteilung
Zeigt 1 Mitteilungen:

Waldmichel
Waldmichel

Die baden-württembergische Säge- und Holzindustrie ist mit der gebündelten Holzvermarktung für Staats-, Kommunal- und Privatwald durch die Landesforstverwaltung sehr gut gefahren. Der Aufwand für den Rundholzeinkauf auf Abnehmerseite ist niedrig, die angebotenen Sortimente verlässlich vermessen und am Kundenbedarf sortiert/ausgehalten. Wenn dies nun durch das Kartellamt untersagt wird, werden viele kleinere Waldbesitzer hinten rausfallen und die dringend benötigten Mengen dem Markt verchlossen bleiben. Mag sich jeder selbst ein Bild davon machen, ob dies für die ganze Forst- und Holzwirtschaft eine zukunftsweisende Entscheidung war. Größere Abnehmer werden langfrisitgere Verträge mit größeren Waldbesitzern eingehen, den kleinen und mittleren Sägewerken bleibt dann die mühevolle aufgabe, sich bei der Vielzahl (für sie meist unbekannter) Kleinwaldbesitzer zu versorgen.
Auf ein gutes neues Jahr 2014 und hoffentlich noch viele mehr. Gut Holz.