Schweiz: FSC weiter in der Kritik, Starkholzdiskussion neu belebt

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FGI/IHB
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Die Schweizer Fachgruppe Industrieholz tagte am 6. Juni in Bern unter Leitung von Dr. Andreas Hurst. Im Mittelpunkt standen Fragen der Holzversorgung – von den aktuellen Marktbewegungen über die zunehmenden Starkholzanteile bis zur FSC-Zertifizierung.

Zur FSC-Zertifizierung hat die Fachgruppe schon im Februar kommuniziert, es drohe ein Rückgang bei den FSC-zertifizierten Waldbesitzern, Forstunternehmern und Sägewerken. Die Papier- und Plattenindustrie, sowie einzelne Sägewerke und Pelletsproduzenten brauchen aber einen Nachhaltigkeitsnachweis – sie verstehen jedoch, dass viele zertifizierte Zulieferer keinen genügenden Gegenwert für die weiter steigenden Kontroll-Auflagen mehr sehen.

Gerade der geplante neue Schweizer Waldstandard von FSC verursache Kopfschütteln, weil er auf den heute schon praktizierten „Swiss finish“ weitere, nicht nachvollziehbare Anforderungen obenauf gepfropft würde, so die Fachgruppe. Und da unverändert nur die DIY- und Export-Märkte nach FSC verlangen, der ganze Baubereich aber nicht, hätten zusätzliche Aufwände und Kosten unweigerlich Bumerang-Effekte für FSC zur Folge. Die nächsten Wochen müssen Perspektiven in die verfahrene Situation bringen.

Die Fachgruppe begrüßt die Neubelebung der Starkholz-Diskussion in der Schweiz, eingeleitet mit der Rohholztagung vom 4. Mai. Verarbeiter und Waldbesitzer sind motiviert, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die der Versorgung, der Holzqualität und der Klimawiderstandsfähigkeit des Waldes gleichzeitig dienen.

Die bei je zwei Papierfabriken, Plattenwerken und Pelletsproduzenten unabhängig durchgeführten Werkskontrollen bestätigten im Mai einwandfreie atro-Vergleichsmessungen. Die Bestätigungen sollen in Kürze publiziert werden. Die Werke laufen auf einem hohen Niveau und seien gut versorgt, stellt die Fachgruppe fest.

Trotz des bis jetzt günstigen Witterungsverlaufs müsse die Borkenkäfer-Situation weiter gut beobachtet werden. Die Frankenstärke und der damit erzeugte zusätzliche Importdruck stehen erwünschten Preisverbesserungen auf Rohholz, Schnittholz, Pellets, Platten und Papier im Wege.

Die nächste Sitzung am Schauenberg bei Winterthur konzentriert sich auf die Privatwaldbewirtschaftung und die Holztransportstudie. Sie findet am 22.9.2017 statt.

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