Sinkende Fichtenpreise in Bayern

Quelle:
IHB MK
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Innerhalb der vergangenen zwei Monate ist der Leitpreis für Fichtensägerundholz 2b+ BC im Nichtstaatswald in Südbayern um bis zu 10 EUR/fm gesunken. Galt bis Juli noch ein Preis von rund 90 EUR/fm so liegt das Niveau für Neuabschlüsse derzeit bei rund 80 EUR/fm. Es handelt sich dabei um Verträge aufgrund kalamitätsbedingt unplanmäßig gestiegener Holzmengen in den Hauptschadgebieten. Bestehende Verträge sind davon unberührt, soweit sie nicht storniert wurden.

Die Preisabstufung für schwächere Stärkeklassen beträgt nach wie vor 10 EUR/fm. Für CX-Holz, also verblautes Käferholz, werden 20 EUR/fm abgezogen, bei Lieferungen nach Österreich sogar 30 EUR/fm. Darüber hinaus berichten Lieferanten von einer generell strengeren Sortierung in den Werksabrechnungen.

Auch aus Nordbayern werden sinkende Preise gemeldet, allerdings liegt die Obergrenze der Neuabschlüsse hier bei 85 EUR/fm. Man rechnet allerdings auch hier mit einem weiteren Rückgang der Preise im Sog der Entwicklung in Südbayern.

Forstunternehmer in den Schwerpunkten des Borkenkäferbefalls, im nördlichen Oberbayern, im Großraum München sowie Niederbayern berichten, sie seien seit Mai ausschließlich im Käferholzeinsatz. In WBVs und FBGs in diesen Gebieten besteht der Großteil des Jahreseinschlags aus Käferholz. In Niederbayern sind bestehende Verträge storniert und durch neue Verträge auf dem Niveau um 80 EUR/fm Leitpreis ersetzt worden.

Aus dem Sturmgebiet in Niederbayern wird von Verträgen in der Größenordnung von mehreren 10.000 fm mit einem Leitpreis von 60 bis maximal 70 Euro berichtet. Da die örtlichen Sägewerke nicht aufnahmefähig sind, geht das Holz überwiegend in den Ferntransport. Als weiteste Destinationen werden Rumänien und Belgien genannt. Eine Einlagerung des Holzes sei trotz des jetzt aufgelegten Hilfsprogramms für die meisten Privatwaldbesitzer schlicht nicht zu finanzieren. Deshalb gehe das Holz trotz der ungünstigen Konditionen in den Markt.

Für den kommenden Winter rechnen Privatwaldvertreter mit einer Selbstregulierung. Wo nicht käferbedingt Holz eingeschlagen werden muss, werden sich die Waldbesitzer angesichts der Preisentwicklung mit Holzeinschlägen stark zurückhalten, so die einhellige Meinung. Deshalb sei für den Abschluss neuer Regelverträge wieder mit einem Preisniveau im Bereich von 90 EUR/fm zu rechnen, so zumindest die Hoffnung.

Preisübersicht Neuverträge Fichte Bayern September 2017, EUR/fm frei Waldstraße:

StKl.

Fichte BC

Fichte CX

1b

58-65

38-45

2a

68-75

48-55

2b-4

78-85

58-65

5

68-75

48-55

Alle Preise excl. Provisionen. Sturmholzverträge wurde nicht berücksichtigt.

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