ISC: Europäische und internationale Märkte sorgen für Optimismus

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EOS/IHB/Foto: GD Holz
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ISC 2017Am 5. und 6. Oktober fand in Hamburg die 65. Ausgabe der Internationalen Nadelschnittholzkonferenz (ISC) statt. Die Konferenz zählte rund 150 Teilnehmer aus aller Welt und vom GD Holz, wie üblich zusammen mit dem Europäischen Sägewerksverband EOS und dem Europäischen Holzhandelsverband ETTF, ausgerichtet.

Die Marktanalyse zu Beginn der ISC ergab für Produktion und Verbrauch von Nadelschnittholz einen leichten Anstieg im Jahr 2017, dessen Fortsetzung auch für das Jahr 2018 erwartet wird. In Europa herrscht eine positive Marktsituation mit einem Wachstum auf den meisten Märkten. ETTF-Präsident Andreas von Möller zeigte einen Überblick über die Bautätigkeit in Europa. Daraus ging hervor, dass der Vertrauensindex steigt und der Produktionsindex seinen höchsten Stand seit 2010 erreicht hat.

EOS-Präsident Sampsa Auvinen kam zu dem Schluss, dass die europäischen Märkte stabil und verlässlich sind. Eine rege Bautätigkeit zusammen mit der wachsenden Erkenntnis über die Vorteile des Bauens mit Holz, habe die Nachfrage in Europa auf den höchsten Stand in diesem Jahrzehnt gesteigert.

Neben den traditionellen europäischen Märkten, in die die europäische Produktion fließt, nimmt die Bedeutung außereuropäischer Märkte für die Holzindustrie in Europa zu. Das gilt insbesondere für Ostasien und dort besonders für das boomende China. Auch Japan bleibt ein bedeutender Zielmarkt für viele europäische Sägewerke. Der US-Markt entwickelt sich dynamisch aufgrund der regen Wohnungsbautätigkeit, die ihren höchsten Stand seit Jahre erreicht hat. Die Verbände sind sich einig, dass die Situation auf den globalen Märkten gut aussieht. Das langfristige Potenzial des Marktes ist enorm, da der Pro-Kopf-Verbrauch in den am schnellsten wachsenden Märkten noch sehr niedrig ist im Vergleich zu Nordamerika oder den nordischen Staaten.

Kritisch beobachtet die Branche nach wie vor den britischen Markt. Dieser könnte durch den Brexit belastet werden, was zu sinkenden Importvolumina führen würde. Marktbeobachter betonen jedoch dass die hohe Nachfrage in anderen Regionen einen Rückgang der Importe nach Großbritannien kompensieren könnte. Darüber hinaus befürchtet die Branche, dass es mittelfristig zu einem Mangel an Rundholz kommen könnte. Deshalb spiele das Thema Holzmobilisierung eine zunehmend wichtige Rolle. Um das Potenzial von Holz im Bauwesen voll ausspielen zu können sei zudem die Ausbildung von Architekten und Bauingenieuren in dieser Hinsicht enorm wichtig. Hierzu fordert die Branche gezielte Kampagnen.

In Summe sehen die Branchenteilnehmer einen Fortgang des moderaten Wachstums in Europa mit entsprechend positiven Effekten für den Holzmarkt in der EU. Auch die dynamischen Exportmärkte seien ein Grund, optimistisch zu sein. Die Branche müsse jedoch in einer von wachsender Komplexität geprägten Wettbewerbslandschaft wachsam bleiben.

Die nächste, 66. Ausgabe der Internationalen Nadelschnittholzkonferenz wird im Oktober 2018 in der lettischen Hauptstadt Riga stattfinden. Bereits am 15. und 16. November 2017 findet in Venedig die Internationale Laubholzkonferenz statt.

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