LIGNA: Neuheiten Sägewerkstechnik – Schneller, leiser, effizienter

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IHB MK
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Selbstoptimierung liegt im Trend. Nicht nur was den menschlichen Körper betrifft, sondern auch in der Sägewerkstechnik. Ein Trend ist dabei die Suche nach der höheren Geschwindigkeit. Ein anderer der der Lärmreduzierung und ein dritter die Erhöhung der Effizienz durch spezielle Produkte und Verfahren. IHB-Fordaq hat sich auf der LIGNA nach Neuheiten in der Sägewerkstechnik umgesehen.

HewSaw - Sägen mit Hochgeschwindigkeit

HewSaw dxVeisto HewSaw hat auf der LIGNA auf Hochgeschwindigkeit gesetzt. Eine der größten ausgestellten Einzelmaschinen war die HewSaw dx. Das Sägeaggregat arbeitet zweistufig mit insgesamt acht Halbachsen. HewSaw dxDie erste Sägeblattgruppe führt nur einen Teilschnitt mit beiderseits 50 mm Tiefe durch, die zweite trennt den Block komplett auf. Der Druck auf jedes einzelne Sägeblatt sinkt. So kann eine höhere Geschwindigkeit gefahren werden. Darüber hinaus sinkt die notwendige Stärke der Sägeblätter. Das erhöht die Holzausbaute. Laut dem finnischen Hersteller Veisto erreicht die Säge eine Vorschubgeschwindigkeit von 200 m/min bis zu einem Mittendurchmesser von 20 cm. Darüber sinkt die Geschwindigkeit ab. Bei 20 cm Durchmesser könne man beim klassischen Sägevorgang von einer Geschwindigkeit von rund 120 m/min ausgehen. Zur Wartung lassen sich die Sägeaggregate seitlich aus der Maschine herausziehen und sind bestens erreichbar. Der Vertrieb der HewSaw dx hat mit der LIGNA begonnen.

Linck - Schnelle und leise Nachschnittkombi

LinckPassend zur HewSaw hat der deutsche Sägetechnikhersteller Linck eine Nachschnittkombi mit einer Polygonzugmessung in Bewegung und einem riemengetriebenen Rollengang ausgestellt. Den Anfang macht ein bewährter V45-Spaner. Neu an ihm sind die Schnellwechselköpfe, mit denen in 10-15 Minuten die Größe der zu produzierenden Hackschnitzel gewechselt werden kann. Es folgt eine Polygonzugmessung, bei der der Stamm zur Messung nicht mehr stoppen muss. Das verkürzt die benötigte Länge der Messeinheit erheblich und beschleunigt dem Messvorgang. Mit der Messung wird die Bogenform des Stammes ermittelt. Danach kommt eine Dreheinrichtung mit Energierückgewinnung. Durch den Bremsvorgang wird ein Teil der elektrischen Energie wieder ins Netz gespeist. Anschließend käme im realen Sägewerk ein Eckenfräser und die Auftrennsäge mit bogenfolgendem Einschnitt. Ausgestellt war wieder ein Rollengang mit einer Fördergeschwindigkeit von 200 m/min. Um die Lärmentwicklung bei dieser Geschwindigkeit zu minimieren, wird er statt mit Ketten per Riemen angetrieben. Erstmals installiert wurde dieser Rollengang bei SCA Tunadal.

HDS bringt „Die Roten“ – ThermoCut Sägewerksmesser für erhöhte Anforderungen

HDS ThermoCutDer Werkzeughersteller HDS aus Remscheid präsentierte auf der LIGNA erstmals Sägewerksmesser mit einer rötlichen Oberfläche. Die Farbe ist ein Zufallsprodukt der besonderen thermischen Behandlung, erklärt Vertriebsleiter Gunnar Schneider. Um die Werkzeuge von denen in Normalqualität unterscheiden zu können, hat man die Farbe so gelassen. Die ThermoCut-Werkzeuge wurden in den letzten anderthalb Jahren entwickelt. Sie zeichnen sich laut HDS durch einen höheren Härtegrad bei gleichbleibender und sogar verbesserter biege- und Bruchfestigkeit aus. So sind sie besonders geeignet für schwierige Bedingungen wie schmutziges oder gefrorenes Holz

CS 600 - Erste Mehrblattkreissäge von Serra

Serra CS600Serra baut mobile und zunehmend stationäre Bandsägen. Keine Kreissägen. Zumindest bisher. Das bayerische Unternehmen hat auf der LIGNA mit der CS 600 seine erste eigene Mehrblattkreissäge vorgestellt. Bisher hatte man bei Notwendigkeit einer solchen Auftrennsäge auf die die Technik der Maschinenfabrik Paul zurückgegriffen. Um flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können, hat Serra jetzt für den Nachschnitt eine eigene Multi-Ripsaw entwickelt. Serra will sich damit auch preislich von der Konkurrenz abheben. Die CS 600 hat einen Einzug von 600 mm Breite und 160 mm Höhe sowie eine minimale Schnittlänge von 800 mm. Sie ist also auch für sehr kurzes Holz geeignet. Der Durchmesser der Sägeblätter kann 350-500 mm betragen. Die Vorschubgeschwindigkeit ist von 10-35 m/min regelbar. Zum Sägeblattwechsel wird die Welle seitlich aus der Maschine gefahren. Die Maschine verfügt über eine Zentralschmierung.

Weitere Neuheiten bei Serra

Serra XT135Neben der CS 600 hat Serra auch in seinem Bandsägenprogramm etwas Neues. Mit der XT 135 bringt Serra eine mobile Hochleistungssäge. Die Größe und Bauart des feuerverzinkten Rahmens kennt man eher von stationären Bandsägen. Und dennoch steht die acht Tonnen schwere Säge auf Rädern Einem solchen Monstrum möchte man kaum auf der Straße begegnen. Die Säge ist gut und gern 10 Meter lang. Der Rahmen ist an einem Ende klappbar und legt in zurückgeklapptem Zustand die Anhängerkupplung frei. Am anderen Ende befindet sich die hydraulische Steuerung. Der Sägenführer steht wettergeschützt unter einem Dach, das während der Fahrt heruntergeklappt wird und die Steuerung schützt. Seitlich am Rahmen befindet sich eine Abrollrampe, auf der Schnittholz gepuffert und leicht abtransportiert werden kann. Die XT 135 ist für Stämme bis 135 cm Durchmesser geeignet. Edelstahlauflagen verhindern Verfärbungen beim Einschnitt säurehaltiger Hölzer.

Serra ProComfort PlusDie kleine Schwester der XT 135 ist die Bandsäge Alpina. Ihr Rahmen war bislang geschraubt. Jetzt ist er geschweißt und feuerverzinkt. Die Hubeinheit wurde von 66 cm auf 87 cm erhöht, so dass stärkeres Holz gesägt werden kann. Die Seitenanschläge sind jetzt senkrecht angebracht statt wie bisher als Schwenkanschläge ausgeführt.

Um die zahlreichen stationären Serra-Sägewerke zu steuern, hat das Unternehmen eine neue Kabine mit der neuen „ProComfort Plus“ Joystick-Steuerung entwickelt. Die Kabine ist liftbar, sodass der Bediener jederzeit einen guten Blick auf Holz und Säge hat. Die Steuerung wird an einem 21 Zoll großen HD-Touch-Bildschirm konfiguriert. Die Knöpfe und Funktionen der beiden Joysticks sind frei belegbar.

Wood-Mizer steigt ins Breitband-Geschäft ein

Wood-Mizer TitanDer für seine Bandsägen mit schmalen Sägeblättern bekannter Hersteller Wood-Mizer hat sich mit der Übernahme der Produktionsrechte der Titan-Sägewerke des südafrikanischen Unternehmens MultiSaw eine Produktlinie mit breiten Sägeblättern geschaffen. Die Sägen sind als stationäre Anlagen konzipiert, die als modulare Sägewerke aus Spaner sowie, Vor- und Nachschnittsäge aufgebaut werden. Eine komplette Sägelinie ist zwischen 30 und 70 m lang. Bislang gibt es die Sägen in drei Größen als TH (50-80 mm breites Band), T4 (4‘‘ Band) sowie T6 (6‘‘ Band). Typische Kunden sind mittelgroße Sägewerke. Die Tagesproduktion einer Sägelinie wird mit 150-350 fm angegeben. Etwas befremdlich wirkt die Durchmesserbandbreite, die von MultiSaw mit 20-45 cm angegeben wird, mit dem Hinweis, das sei eine für Südafrika übliche Konfiguration. Für europäische Betreiber von Bandsägen könnte das etwas zu schwach sein.

Holtec mit neuen Aufträgen

HoltecDie Rundholzspezialisten von Holtec zeichneten sich auf der LIGNA im Bereich Sägewerkstechnik weniger durch neue Produkte als durch neue Aufträge aus. Der größter unter Ihnen ist der Rundholzplatz des französischen Sägewerksunternehmens Piveteau Bois in Sainte-Florence südöstlich von Nantes. Holtec hatte 2016 für Piveteau Bois erfolgreich einen Rundholzplatz am polnischen Standort Sylva in Wiele in Betrieb genommen. Er hat eine Kapazität von 800.000 fm. Jetzt folgt der nächste Auftrag für das Werk in Sainte-Florence. Der Rundholzplatz dort wird eine Kapazität von 500.000 fm haben und soll 2018 in Betrieb gehen. Das Besondere an diesem Rundholzplatz: er wird einen CT-Log Scanner der Firma Mictrotec beinhalten, die zum Holtec-Wettbewerber Springer gehört. Auf der LIGNA hat Sylva eine Erweiterung des bestehenden und gerade erst in Betrieb genommenen Rundholzplatzes für Langholz in Auftrag gegeben: Es soll eine zusätzliche Zuführung für Abschnitte installiert werden.

Weitere Holtec-Projekte in Frankreich sind ein Rundholzplatz für den Palettenhersteller Celle in Araulles bei St. Etienne mit 100.000 fm Kapazität, ein Sägewerksumbau mit neuer Kapplinie für die Scierie de Savoie in Chaeauneuf, eine neue Abschnittssortierung mit 3D-Scanner für den Palettenhersteller Mourlon bei Bordeaux sowie eine Kappanlage für den Fassdaubenhersteller Malviche in Saint-Martin-du-Puy.

Alent dynamic – bessere Holztrocknung mit weniger Energie

alent dynamicAuf der anderen Seite des Sägewerks, beim fertigen Schnittholz verspricht die schwedische Firma Alent dynamic nicht weniger als die Revolution der Holztrocknung. Ein Intervallverfahren soll Energie sparen und gleichzeitig zu besseren Trocknungsergebnissen führen. Erstmals vorgestellt wurde das System auf der LIGNA 2013. Erster Anwender war das Sägewerk Ladenburger, das nach einem Testlauf 2014 seine Standorte Bopfingen und Kerkingen umgestellt hat. Damals hieß das System noch „dyntec“, seit 2015 „dynamic“. Nach einer 7-8 stündigen Aufheizphase, wird der Heizvorgang gestoppt und die Klappen der Trockenkammer geöffnet. Die Feuchte entweicht. Nach dem Schließen der Klappen herrscht 30-90 Minuten Pause, in der die Feuchte im Holz nach außen nachwandern kann. Dann wird wieder 2-20 Minuten lang aufgeheizt und der Vorgang wiederholt sich. 50-200 Mal. Alle Vorgänge werden vollautomatisch gesteuert. Die Vorteile: Durch die Unterbrechung des Heizvorgangs wird Energie gespart. Gleichzeitig verhindert das Nachwandern der feuchte im Holz ein Verhärten der Außenschale des Holzes und vermindert Spannungen im Holz. Die Dauer des Trocknungsvorgangs ist nicht länger als bei anderen Verfahren, bei gewissen Feuchtegraden sogar kürzer. In Europa sind 500 Systeme in 60 Werken im Einsatz.

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