Komatsu Forest entwickelt die Winde 2.0

Quelle:
Komatsu/IHB
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Durch die tiltbare Konsole am Heck ist keine Demontage der Winde für die tägliche Wartung notwendig.

Bereits seit rund 15 Jahren entwickelt die Komatsu Forest GmbH in Vöhringen (Baden-Württemberg) Traktionswinden für Harvester und Forwarder und gilt mit als Pionier in diesem Bereich. Durch die jahrelange Erfahrung und die konsequente Weiterentwicklung wurde die Winde an die gesteigerten Kundenansprüche der modernen Kurzholzernte angepasst und weiter verbessert.

Seit der ersten Windenauslieferung im Jahr 2003 wurde die Winde von der deutschen Komatsu Forest Niederlassung in Vöhringen kontinuierlich weiterentwickelt und stetig an den zentraleuropäischen Markt angepasst. Alles mit dem Ziel, eine optimale Synchronisation von Fahrantrieb und Zuggeschwindigkeit zu erreichen um Bodenschäden zu vermeiden und eine hohe Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Auf der anderen Seite stand der Wunsch der Unternehmer, die beispielweiße eine 911X3M besaßen, unabhängig von Subunternehmer agieren zu können und den Einschlag und die Bringung aus einer Hand anzubieten. Und das mit so wenigen Maschinen wie möglich. Mittlerweile ist die Traktionsunterstützungswinde ein fester Bestandteil vieler Unternehmer in den deutschen Mittelgebirgen und breitet sich über den gesamten europäischen Markt aus.

Mit der aktuellen Überarbeitung der Forwarderwinde präsentiert Komatsu Forest eine neue Auflage seiner Traktionsunterstützungwinde. Die Zielsetzung bei der aktuellen Überarbeitung war eine weitere Steigerung der Zuverlässigkeit und eine erhöhte Nutzungsdauer von Winde und Seil zu erreichen.

Das Herzstück der Seilwinde ist das Spill, das aus zwei hintereinanderliegenden Rollen besteht um welches das Seil zehnmal gewunden ist. Bei der Spilleinheit wurde der Rollendurchmesser vergrößert. Die Lage der Rollen wurde nach außen versetzt, wodurch auch ein großer Lagedurchmesser gewählt werden konnte. Durch diese Änderungen kann das Spill nun größere Kräfte aufnehmen und die Lebensdauer erhöht sich.  Die Speichereinheit mit der präzisen Spulung wurde beibehalten und kann weiterhin eine Seilkapazität von 425 Meter aufnehmen. Des Weiteren wurde das Windenheck wesentlich verstärkt und der Verschluss der unteren Klappe wurde verbreitert um einen noch einfacheren Servicezugang zu gewährleisten.

Bei der Forwarder Traktionsunterstützungwinde sind die Speichertrommel und der Spill voneinander getrennt. Dies garantiert einen tieferen Schwerpunkt, eine gute Gewichtsverteilung, ein guter Böschungswinkel, der im Vergleich zum Originalrahmen unverändert ist, keine Sichtbehinderungen und die Beibehaltung der kompletten Ladefläche. Das Spill hat eine Zugkraft von 72 kN und die Zugkraft und Geschwindigkeit ist gut steuerbar, da die Zugrollen das Spill, im Gegensatz zu einer Trommelwinde, einen gleichbleibenden Durchmesser hat. Gleichzeitig nimmt das Spill alle einwirkenden Kräfte, wie beispielsweise die Spannungsunterschiede des Seils auf, und verhindert auch das Abrutschen über Wurzelstümpfe oder das Anstehen an Hindernissen. Die Speichertrommel mit der Seilkapazität von 425 Metern gewährleistet einen exakten Spulvorgang und verhindert das Einschneiden des Seils in die unteren Lagen. Es ist auch keine Überwachung des Fahrers der Spulung notwendig, was die Konzentration auf die Fahr- und Kranarbeit steigert.

Ein Komatsu Forwarder 845 mit Traktionsuntersützungswinde bei der Einfahrt in den Steilhang.

Die Komatsu Harvester Traktionsunterstützungwinde basiert auf dem gleichen System wie die Forwarderwinde, allerdings wurden die Speichertrommel und der Spill in eine Einheit gebaut. Dies hat den Vorteil, dass die Winde, bedingt durch das geringe Eigengewicht von ca. 1,5 Tonnen als Front- und Heckanbau genutzt werden kann. Dazu wurde ein Schnellwechselsystem entworfen, dass mit dem Kran und ohne Werkzeugeinsatz schnell und einfach an die Front bzw. das Heck angebracht werden kann. Somit ist weiterhin ein Schwenkbereich von 360° Grad möglich und den gewohnten Arbeitsabläufen steht nichts im Wege. Am Heck befindet sich eine tiltbare Konsole und es ist keine Demontage für die tägliche Wartungsarbeit an der Maschine notwendig.

Die Geburtsstunde der Komatsu Forest Winde begann im Jahr 1999 mit dem Sturm „Lothar“. Nach dem verehrenden Sturm über Zentraleuropa lag in den Mittelgebirgen und steilen Lagen sehr viel Holz in den Gassen, welches nur schwer erreichbar war. Zudem war die Aufarbeitung sehr gefährlich aber auch dringend notwendig. Dies war die Geburtsstunde, des Komatsu 911 X3M Harvester mit einem Kettenlaufwerk. Gleichzeitig lief auch die Entwicklung einer Traktionswinde mit dem Ziel, die Maschine im Hang nicht zu ziehen sondern den Fahrantrieb zu unterstützen.

Von der ersten Stunde arbeitet das Komatsu Forest Entwicklungsteam mit der Firma Ritter in Zell a. H. zusammen, die sich als Spezialisten für technisch hochwertige, qualitativ anspruchsvolle und praxisorientierte Produkte etabliert haben. Diese intensive Zusammenarbeit und das Ohr am Kunden werden auch künftig die Grundlagen für weitere Optimierungen bilden.

Seit diesem Jahr bietet die Komatsu Forest AB aus Schweden ebenfalls Winden, die auf der zentraleuropäischen Technik basieren, allerdings für die Überseemärkte an. Diese wurden auf die Anforderungen, spezielle im südamerikanischen Markt angepasst.  

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