HDH/VDM-Symposium zu Emissionen mit 100 Vertretern der Holzindustrie

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HDH/VDM/IHB
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Die Redner des Symposiums v.l.n.r.: Alexander Oswald (HDH/VDM), Erik Winchester (US-Umweltbehörde), Dirk-Uwe Klaas (HDH/VDM), Roberta Dessi (EFIC), Bettina Meyer (Fraunhofer Institut), Christiane Osthaar (eph), Kris Wijendaele (EPF), Stephan Pesch (TÜV Rheinland), Marcus Kirschner (HDH/VDM) (Foto: HDH)

Rund 100 Teilnehmer der deutschen und internationalen Holzbranche sind am 16. März der Einladung des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH) und des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) zum Symposium „Neue Regelungen zu Emissionen in den USA, Frankreich und China“ gefolgt. „Wir brauchen Informationen aus erster Hand und zum frühestmöglichen Zeitpunkt, um uns auf die neuen Regelungen zu Emissionen und den damit verbundenen Einfuhrbeschränkungen unserer Produkte in den USA, in Frankreich und in China vorbereiten zu können“, stellte Verbands-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas bei seiner Begrüßung fest.

Als erster Redner stellte HDH/VDM-Referent für Wirtschaft und Auslandsmärkte, Alexander Oswald, die wirtschaftliche Lage der deutschen Holz- und Möbelindustrie vor und unterstrich die Bedeutung des französischen, US-amerikanischen und chinesischen Marktes für die hiesigen Unternehmen. „Fast 20 Prozent der deutschen Möbelexporte entfallen auf diese drei Nationen. Das entspricht einem kumulierten Umsatzvolumen von rund zwei Milliarden Euro“, so Oswald.

USA: Neuer Standard macht zeitintensive Labor- und Werksprüfungen nötig

Der erste und am umfassendsten thematisierte Auslandsmarkt auf der Agenda des Symposiums war der US-amerikanische, der der größte außerhalb Europas ist: Ehrengast Erik Winchester, zuständiger Abteilungsleiter bei der US-Umweltbehörde, referierte über veränderte Importbedingungen in Folge der „Formaldehyd Standards for Composite Wood Products“, die als neuer Teil VI in den Toxic Substance Control Act (TSCA) eingefügt wurden. Diese werden ab dem 12. Dezember 2017 für Holzwerkstoffe und Produkte, die diese enthalten, wirksam.

Winchester unterstrich, dass der einheitliche TSCA-Standard für alle US-Bundesstaaten die logische Konsequenz aus dem seit einigen Jahren für Holzprodukte in Kalifornien geltenden CARB-Standard sei. Wer jetzt bereits die CARB-Kriterien erfülle, sei gut auf die neuen, US-weiten Anforderungen vorbereitet.

Christiane Osthaar vom Entwicklungs- und Prüflabor eph in Dresden berichtete von praktischen Erfahrungen mit der CARB-Zertifizierung. Diese machen zeitintensive Labor- und Werksprüfungen in Deutschland erforderlich, zogen bislang aber viele positive Ergebnisse nach sich.

Kris Wijendaele, technischer Direktor beim Verband der Europäischen Holzwerkstoffindustrie in Brüssel, betonte, dass man bei neuen Regelungen zu Emissionen dennoch auch in Zukunft um einen gesunden Mittelweg zwischen dem Verbraucherschutz und Anforderungen an die Holzindustrie bemüht sein wird. Zudem hob er die wichtigen Eigenschaften von Holz und Holzprodukten für den Umwelt- und Klimaschutz hervor.

Frankreich: VDM und EFIC kritisieren neue Regelungen als technisches Handelshemmnis

Als zweiter Exportmarkt mit neuen Einfuhrbestimmungen in Folge veränderter Regelungen zu Emissionen rückte Frankreich in den Fokus. Marcus Kirschner, HDH/VDM-Referent für Umwelt und Technik, sowie Roberta Dessi, Generalsekretärin des Europäischen Möbelverbands EFIC, schilderten die Entwicklungen in dem deutschen Nachbarland, welches der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Möbelindustrie ist. Frankreich hat ein unvollständiges Gesetzespaket zu Emissionen von Möbeln in die Innenraumluft bei der EU-Kommission zur Notifizierung vorgelegt und will damit das bisher für Bauprodukte geltende Klassifizierungssystem ausweiten. Das stößt sowohl beim VDM als auch bei EFIC auf massive Kritik, da dies die Grundzüge der Freiheit des europäischen Binnenmarktes durch ein neues technisches Handelshemmnis konterkariert.

Bettina Meyer vom Fraunhofer Institut für Holzforschung in Braunschweig referierte über Unterschiede bei Emissionsmessungen verschiedener internationaler Prüfstandards. Sie fokussierte auf die USA, Europa und China. Dabei zeigte sie unmissverständlich auf, dass Prüfergebnisse und Grenzwerte nur in Verbindung mit den zugrunde liegenden Standards aussagekräftig sind.

China: Neue Normen stehen international anerkannten Konventionen entgegen

Stephan Pesch, Vice General Manager des TÜV Rheinlands in Guangdong/China, sowie erneut Roberta Dessi zeigten schließlich die anstehenden Herausforderungen für Unternehmen am sehr heterogenen chinesischen Markt auf. Pesch erläuterte die neu festgelegten Normen mit gesetzlichem Charakter und eigens entwickelten Prüfmethoden für Möbel, die den international anerkannten Konventionen weitestgehend entgegenstehen. „Die Abweichungen der chinesischen Anforderungen zu verschiedenen internationalen Standards führen zu unnötigen Barrieren und Handelshemmnissen“, sagte die EFIC-Generalsekretärin. Sie kündigte weitere Gespräche mit der EU-Kommission an. EFIC und seine Mitglieder wollen sich dafür stark machen, dass die EU-Kommission bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein Verfahren wegen technischer Handelshemmnisse (TBT-Verfahren) einleitet. Moderator Marcus Kirschner resümierte: „Wir können die anstehenden Herausforderungen gut meistern, wenn wir unsere Kräfte bündeln und als Branche national und auf europäischer Ebene zusammenarbeiten.“ Hierfür werde sich die Verbändegemeinschaft um HDH und VDM gemeinsam mit den europäischen Verbänden einsetzen.

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